Leon Goretzka und die Entscheidung über die Olympiabewerbung Deutschlands

Nach dem Nein der Hamburger Bevölkerung zu einer eigenen Bewerbung verbleiben drei deutsche Olympia-Kandidaten: Berlin, München und Köln/Rhein-Ruhr. Diese Städte streben an, die Olympischen und Paralympischen Sommerspiele im Jahr 2036, 2040 oder 2044 auszurichten. Die Auswahl des deutschen Kandidaten wurde lange Zeit als unklar erachtet, doch der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) hat nun festgelegt, dass bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung am 26. September in Baden-Baden nur ein reduzierter Kreis abstimmen wird. Vorstandschef Otto Fricke erklärte im NDR, dass die "olympischen Mitgliedsverbände" entscheiden werden, was bedeutet, dass andere Mitgliedsorganisationen des DOSB, wie die 16 Landessportbünde und die 28 nichtolympischen Spitzenverbände, kein Stimmrecht haben. Ein zentraler Punkt sind die Unklarheiten bezüglich Paragraf 16 in der DOSB-Satzung. Dieser besagt, dass bei Angelegenheiten in Verbindung mit den Olympischen Spielen nur die olympischen Spitzenverbände stimmberechtigt sind, was aktuell 42 Verbände betrifft. Jeder dieser Verbände hat drei Stimmen, was die Machtverhältnisse beeinflusst. Zusätzlich dürfen die zehn Mitglieder des DOSB-Präsidiums sowie acht persönliche Mitglieder abstimmen, darunter prominente Sportler wie Leon Goretzka, der Olympia-Silber 2016 gewann. Die olympischen Spitzenverbände spielen eine entscheidende Rolle, da sie die Konzepte bewerten und eine Empfehlung aussprechen, bevor sie in Baden-Baden abstimmen. Ihre Stimmen sind besonders bedeutend, da sie 126 der 144 Stimmen vereinen. Der Prozess um die deutsche Olympiabewerbung zieht sich bereits über Jahre, doch die entscheidende Phase hat nun begonnen.
Source: Sportschau - 2026-06-01