Barcelona sucht Ablenkung statt Selbstreflexion nach Schiedsrichterbeschwerden

Zwei Rote Karten in zwei Spielen, beide Male als Notbremse bewertet und per VAR bestätigt: Pau Cubarsi im Hinspiel und Eric García im Rückspiel. Der FC Barcelona musste beide Partien gegen Atlético Madrid mit zehn Mann beenden. Trotz dieser Fakten ignoriert der Klub in seiner Beschwerde die eigene Disziplinlosigkeit und betreibt stattdessen Ablenkung. Die zweite Eingabe bei der UEFA ist ein bemerkenswertes Dokument. Barcelona beklagt „fehlerhafte Anwendung der Regeln und unzureichendes Eingreifen des Video-Schiedsrichterassistenten in eindeutig wichtigen Situationen“. Dazu zählen auch zwei potenzielle Elfmeterszenen, darunter das Handspiel von Atlético-Verteidiger Marc Pubill im Hinspiel. Obwohl man die Szene diskutieren kann, ist es fraglich, ob ein Klub, der eine 0:2-Niederlage im Hinspiel und ein Gesamtergebnis von 2:3 ausschließlich auf Schiedsrichterfehler zurückführt, noch zur Selbstreflexion fähig ist. Joan Laporta, der Präsident von Barcelona, bezeichnete die Schiedsrichterleistung im Rückspiel als „unerträgliche Schande“. Die UEFA wies die erste Beschwerde wegen des Pubill-Handspiels bereits als unzulässig zurück. Anstatt Einsicht zu zeigen, eskalierte Barcelona mit einer erweiterten Klageschrift, die „erheblichen sportlichen und finanziellen Schaden“ geltend macht. Trotz der sportlichen Erfolge in der La Liga, wo Barcelona auf Platz eins steht, und des nationalen Triples von Hansi Flick bleibt der Schmerz über das Ausscheiden in der Champions League gegen Atlético spürbar. Diese Frustration führt zu einer Normalisierung des Narrativs, dass Niederlagen nur durch externe Fehler verursacht werden. Wenn ein fünfmaliger Champions-League-Sieger das Schiedsrichterwesen öffentlich als Skandal darstellt, hat das Gewicht. Barcelona bietet der UEFA an, „zusammenzuarbeiten, um das Schiedsrichtersystem zu verbessern“, doch echte Zusammenarbeit beginnt mit Selbstkritik. In der eigenen Beschwerde werden zwei Platzverweise nicht erwähnt – das ist kein Zeichen von Kooperation, sondern von Kalkül.
Source: Fever Pit'ch - 2026-04-17