Mafia-Morde erschüttern den Fußball auf Korsika nach Tod von Alain Orsoni

Mafia-Morde erschüttern den Fußball auf Korsika nach Tod von Alain Orsoni

Auf Korsika wurde in der vergangenen Woche der 71-jährige Alain Orsoni erschossen. Die Schüsse fielen während der Beerdigung seiner Mutter, eine Szene, die stark an einen Mafiafilm erinnert. Die Ermittlungen deuten darauf hin, dass die Täter aus dem organisierten Verbrechen stammen. Alain Orsoni war in den letzten vier Jahrzehnten eine prägende Figur im korsischen Fußball und führte den AC Ajaccio von 2008 bis 2023. Der enge Zusammenhang zwischen Fußball und Kriminalität auf der Insel ist evident, da mehrere Vereine immer wieder in Skandale verwickelt sind. Die leidenschaftlichen Fußballfans Korsikas haben in den letzten Jahren mehrere Vereine in den Profiligen gesehen. Der SC Bastia erreichte 1978 das UEFA Cup-Finale, während Orsonis AC Ajaccio zuletzt 2023 in der Ligue 1 spielte. Trotz dieser Erfolge gab es immer wieder Probleme, darunter die nicht offizielle Angabe von Spielergehältern und strafrechtliche Verwicklungen von Vereinsführern. Die Liste gewaltsamer Todesfälle im korsischen Fußball ist lang, darunter der Präsident des SC Bastia, Jean-François Filippi, der 1994 erschossen wurde, und der Funktionär Albert Pieri, der 2012 tot in einer Schlucht aufgefunden wurde. Auch Dominique Rutily, Präsident des unterklassigen FC Calvi, wurde 1996 ermordet. Die Situation beim Gazélec Ajaccio ist ebenfalls alarmierend. Der neue Präsident Johan Carta wurde im Juni 2022 wegen Erpressung und Geldwäsche angeklagt und sitzt seit November 2022 im Gefängnis. Dies führte zu einem dramatischen Abstieg des Vereins bis in die 5. Liga. Orsonis AC Ajaccio erlitt nach einem 12. Platz in der Ligue 2 im Sommer 2023 den Verlust der Lizenz und spielt nun in der siebten Liga. Der Mord an Orsoni stellt einen weiteren düsteren Höhepunkt in der Geschichte des korsischen Fußballs dar.

Source: Sportschau - 2026-01-23