Vingegaards Drohung bringt Gesprächsstoff bei Team Visma-Lease a Bike

Die Aussagen von Jonas Vingegaard über einen möglichen Abschied vom Team Visma-Lease a Bike sorgten am Wochenende für Aufsehen, waren jedoch für die Teamführung nicht überraschend. In einem Interview mit dem dänischen Sender TV2 erklärte Vingegaard, dass es vor einigen Monaten unklar war, ob er 2026 weiterhin für das Team fahren würde. Er hatte bereits im vergangenen Jahr die Teamführung kontaktiert, da er Schwierigkeiten hatte, die Anforderungen des Profi-Radsports mit seinem Familienleben und persönlichem Wohlbefinden zu vereinbaren. Der zweifache Tour-de-France-Sieger fühlte sich durch den ständigen Druck bezüglich Training, Gewicht und langen Abwesenheiten belastet. Intern machte er deutlich, dass Veränderungen notwendig seien. Sportdirektor Marc Reef bestätigte, dass diese Bedenken Teil eines umfassenderen Austauschs innerhalb des Teams waren. "Wir stehen immer im Dialog mit ihm, das war auch Ende letzten Jahres so", erklärte Reef. Durch diese Gespräche wurde das aktuelle Programm entwickelt, das nicht nur die Tour, sondern auch den Giro d’Italia als gleichwertiges Ziel umfasst. Vingegaard reiste daraufhin nach Italien und sicherte sich dort den Sieg, was ihn zum achten Fahrer machte, der bei allen drei Grand Tours triumphierte. Für Visma geht der Erfolg über Resultate hinaus. Reef bemerkte eine positive Veränderung im Auftreten Vingegaards: "Seit dem Winter sieht man, dass er glücklich ist. Das war bei jedem Rennen spürbar." Trotz dieser positiven Entwicklung sieht Vingegaard weiterhin Verbesserungsbedarf: "Wir haben einen Schritt in die richtige Richtung gemacht, aber es ist nur ein Schritt." Nach der Saison soll erneut über die Ausrichtung für 2027 gesprochen werden. Der Fokus liegt derzeit auf der laufenden Tour de France, wo Vingegaard aktuell den zweiten Platz hinter Tadej Pogačar belegt, mit einem Abstand von über drei Minuten nach der zehnten Etappe.
Source: sport.de - 2026-07-15