Marie-Louise Eta über ihre Rolle als Pionierin im Männerfußball

Marie-Louise Eta über ihre Rolle als Pionierin im Männerfußball

Marie-Louise Eta, die erste Cheftrainerin in der höchsten deutschen Spielklasse des Männerfußballs, hat beim Internationalen Trainerkongress in Mainz über ihre Erfahrungen und Herausforderungen gesprochen. Die 35-Jährige erklärte, dass sie nicht für PR-Zwecke gekommen sei, sondern um mit Union Berlin den Abstieg zu verhindern. Ihr Engagement wird als historisch wahrgenommen, da sie die erste Frau an der Seitenlinie eines Bundesligisten war und erfolgreich das Ziel erreichte, dass Union Berlin auch in dieser Saison erstklassig bleibt. Im Gespräch mit dem SWR äußerte Eta ihre Hoffnungen für den neuen Nationaltrainer Jürgen Klopp und hob dessen Kommunikationsstärke und Erfahrung hervor. Sie sieht in ihm eine inspirierende Figur, von der auf dem Kongress viel zu lernen sei. Auf die Frage nach dem männerlastigen Kongress und ihrem Platz als eine der wenigen Frauen antwortete Eta, dass der Frauenanteil in den letzten Jahren gestiegen sei, sie sich aber dennoch mehr weibliche Präsenz im Fußball wünsche. Sie beschreibt sich selbst als Vorkämpferin für Frauen im Männerfußball, eine Rolle, die sie zwar nie angestrebt hat, aber mittlerweile gerne annimmt. Eta betont die Bedeutung von Sichtbarkeit und möchte durch ihr Engagement Türen für andere Frauen öffnen. Abschließend äußert sie den Wunsch, dass es irgendwann normal sein sollte, Frauen im Männerfußball zu sehen, und dass die Diskussion über Geschlechterrollen überflüssig wird. Sie sieht positive Entwicklungen in der Ausbildung und dem Zugang für Frauen im Fußball und betont, dass die Zahl weiblicher Talente in den kommenden Jahren weiterhin steigen wird.

Source: Sportschau - 2026-07-27