Neapels Präsident fordert umfassende Reformen im Fußball

Im Fußball gibt es seit langem Diskussionen über Überbelastung, finanzielle Ungleichheit und fehlende Machtregulation. Doch tatsächlich wirksame Reformen sind rar. Aurelio De Laurentiis, Präsident von Napoli, möchte dies ändern und hat ambitionierte Ziele. In einem Interview mit The Athletic äußert der 76-Jährige den Wunsch nach grundlegenden Reformen im Weltfußball. Ein zentrales Problem sieht De Laurentiis in der Einnahmenverteilung: „Die FIFA und UEFA verdienen zu viel Geld – die Einnahmen sollten den Klubs gehören.“ Er argumentiert, dass die Vereine das wirtschaftliche Risiko tragen und in die Entwicklung ihrer Spieler investieren. Daher plädiert er für eine stärkere Beteiligung der Klubs an den Gewinnspannen. Die Einnahmenverteilung der UEFA für das Geschäftsjahr 2024/25 zeigt, dass über fünf Milliarden Euro erwirtschaftet wurden, von denen 3,9 Milliarden Euro an die Vereine flossen. Dies entspricht lediglich 78 % der Einnahmen, was De Laurentiis als unzureichend erachtet. Ein weiterer Punkt auf seiner Agenda ist die Reduzierung des Spielplans. Er fordert, sowohl national als auch international die Anzahl der Spiele zu verringern, um den Spielern mehr Ruhe zu geben. Er schlägt vor, in der Serie A auf 16 Teams zurückzukehren, was nicht nur die Gesundheit der Spieler fördern, sondern auch die Spielqualität erhöhen würde. Bereits 2024 gab es Gespräche über eine Spielplanreform, an denen sich Trainer und Spieler, darunter Rodri von Manchester City, beteiligten. Ob De Laurentiis Gehör findet und Veränderungen bewirken kann, bleibt abzuwarten.
Source: 90PLUS - 2026-04-16